22. September 2021

Was Daytona-Stiefel ausmacht: Köpfchen und Handarbeit aus Bayern

EGGENFELDEN. Stabil, bequem, wirklich wasserdicht, fast unkaputtbar: Motorrad-Stiefel von Daytona haben seit Jahr-
zehnten einen guten Ruf. Dass gerade diese Stiefel so zuverlässig sind, ist kein Zufall. Denn die Daytona-Geschäftsführer
Reinhard und Helmut Frey wollen das Maß der Dinge sein.


Handarbeit und „made in Germany“
Ihr Erfolgsrezept: Sie lassen alle ihre Modelle von Hand herstellen. Mitten in Niederbayern, also sind die Daytona-Stiefel
von A bis Z „made in Germany“. In der Produktion in Eggenfelden machen die Daytona-Mitarbeiter jeden Arbeitsgang
von Hand. Sie stanzen Lederteile, nach wie vor der Hauptbestandteil eines Daytona-Stiefels. Sie nähen, schleifen, dichten,  tapen, polieren, prüfen. Insgesamt besteht ein Stiefel aus rund 120 Teilen. 


Wirklich wasserdicht – aber warum?
Alle wasserdichten Modelle bekommen als Fütterung ein drei- oder vierlagiges Laminat mit Gore-Tex-Membran. Damit die Nähte dicht sind und dicht bleiben, werden sie mit Gore-Tape verschweißt – und danach wird sofort getestet, ob kein Wasser  durchdringen kann. Die getestete wasserdichte Membran-Schicht bauen die Niederbayern anschließend in den halbfertigen Stiefel ein. Im Schuh sitzt sie zwischen dem Futter und dem Leder. Genau darin unterscheiden sich die Daytona-Stiefel von vielen anderen: Die wasserdichte Schicht wird nicht als eine Art wasserdichter Socke gehandhabt, sondern wie eine Fütterung eingebaut. Das ist aufwändiger – aber es hat echte Vorteile:
Dadurch hält die Membran das ständige Scheuern von Materialien und Fuß im Stiefel viel besser aus. Außerdem kann man während der Produktion besser kontrollieren, dass die Qualität und Dichtigkeit stimmen. Und nicht zuletzt ist die Membran als elastische Zwischenschicht wie eine Polsterung im Sohlenbereich.


Stiefel für jede Gelegenheit
Die Stiefel-Modelle sind unterschiedlich konstruiert. Es gibt Modelle speziell für heiße Sommertage ebenso wie Ganzjah-
res-Stiefel, die auch bei kühleren Temperaturen getragen werden können. Dazu passend wird ausgewählt, welche
Membran-Fütterung verarbeitet wird.


„Wir sind Tüftler – und holen uns Ratschläge“
Dass bei der Produktion an nichts gespart wird, ist sicher ein Grund, warum Daytona-Stiefel wirklich wasserdicht sind, dies auch bleiben und überdies lange halten. Noch ein Grund: Bei Daytona arbeitet man mit Bewährtem, das man ganz konsequent immer weiter perfektioniert. Um die Stiefel noch besser zu machen, forschen und experimentieren die Niederbayern auch gemeinsam mit den Herstellern ihrer Materialien. „Wir sind Tüftler“, sagt Reinhard Frey. „Aber wir tüfteln nicht nur alleine. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir immer wieder eng zusammengearbeitet mit Gore, dem Hersteller von Gore-Tex.“ Gore ist ein Branchenpionier, seitdem das Unternehmen in den 1970er-Jahren die erste wasserdichte, atmungsaktive Membran auf den Markt gebracht hat.


86 Auszeichnungen für Qualität und Haltbarkeit
Daytona ist nicht nur ein Lizenznehmer von Gore und verarbeitet deren Material. Die Niederbayern sind auch eng vernetzt mit den Wissenschaftlern und Technikern dort. Gemeinsam testen sie Stiefel im Labor, zerlegen, analysieren und verbessern. So sind immer neue Ideen entstanden, wie man das wasserdichte Material optimal anpassen kann an die besonderen Anforderungen eines Motorradstiefels. „Bis wir unseren heutigen Standard und die jetzige Qualität erreicht haben, haben wir viel Arbeit hineingesteckt“, sagt Helmut Frey. „Unser Unternehmen hat inzwischen 57 Jahre Entwicklungsarbeit hinter sich. Aber es lohnt sich ja: Insgesamt schon 86 Auszeichnungen bei Produkttests bestätigen uns in unserer Arbeit.“


Forschung am gebrauchten Stiefel
Sich zurückzulehnen und ab sofort die Hände in den Schoß legen, kommt für die Frey-Brüder und das Daytona-Team aber nicht in Frage. „Wenn wir unsere Qualität und unser Niveau halten wollen, geht das nicht. Wir suchen weiterhin nach Details, die wir noch besser machen können.“ Der beste Weg dorthin: die gebrauchten Schuhe von Kunden untersuchen. Das macht man bei Daytona ganz regelmäßig. Denn viele Kunden schicken ihre Stiefel ein, beispielsweise um nach vielen Jahren und Kilometern die Sohlen ersetzen zu lassen. Oder für eine Schadensanalyse nach Stürzen. „Wir schauen uns genau an, wie dicht gebrauchte Stiefel noch sind“, berichtet Reinhard Frey.

 

Die Lebenszeit der Stiefel verlängern

Noch so eine Stellschraube: Die Lebenszeit der Stiefel soll noch länger werden. „Damit sich für die Kunden die Anschaffung eines hochwertigen Stiefels auch wirklich lohnt“, erklärt der Geschäftsführer. Motorradstiefel sind ja großen Belastungen ausgesetzt, das Material muss Hitze, Regen und Frost aushalten. Früher waren manche Stiefel bereits nach weniger als 50.000 Kilometern nicht mehr völlig wasserdicht. „Heute sind 60.000 oder mehr Fahrkilometer kein Problem mehr. Wir wissen sogar von Kunden, die mit unseren Stiefeln weit über 100.000 km gefahren sind“, berichtet Helmut Frey. Daytona unterstützt die Kunden auch mit Pflege-Tipps und Produkten, damit die Stiefel länger durchhalten. Und falls es trotz aller Bemühungen doch mal feucht wird im Schuh, greift Plan B: „Als einziger Hersteller bereiten wir undicht gewordene Stiefel wieder auf.“